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09.09.2010

Der Kreis Guben von 1945 bis heute

Der 2. Weltkrieg stellte in der Geschichte der Stadt Guben und des Kreises den tiefsten und schmerzlichsten Einschnitt dar.
War schon im Ergebnis des 1. Weltkrieges die deutsche Ostgrenze von 220 auf 94 Kilometer herangerückt, so teilte der 2. Weltkrieg das, was im Laufe von 900 Jahren zusammengewachsen war.

Die Neiße, einst Schutzschild im Mittelalter für die Bürger in der ummauerten Stadt und zugleich wichtigste Verkehrsader bis zum 19. Jahrhundert, später Stätte der Erholung und des Wassersports, trennte nun, was in den Kriegskämpfen von Februar bis zum April 1945 zerstört und noch heilgeblieben war, in zwei Städte und Staaten unterschiedlicher Nationalität.

In Übereinstimmung der Siegermächte des 2. Weltkrieges wurden nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus die deutschen Ostgebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie durch das Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt.

Das hatte zur Folge, daß der Gubener Kreis ein zweites Mal halbiert wurde. Es verblieb das westlich von Oder und Neiße gelegene Gebiet mit 50 Landgemeinden und einer Stadtgemeinde (Fürstenberg) sowie 35.192 Einwohnern.
Fünf Jahre später, am 30. Juni 1950, wurde er ganz von der Landkarte gestrichen.

33 Gemeinden wurden danach in den Landkreis Frankfurt und 15 sowie die kreisfreie Stadt Guben in den Landkreis Cottbus eingegliedert. Die Neugründung des Landkreises Guben erfolgte im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform 1952.

Die Dörfer, die bis 1950 zum Kreis gehörten und westlich sowie südlich der Stadt lagen, drei Dörfer aus dem alten Kreis Lübben (Staakow, Pinnow, Reicherskreuz) und vier aus dem alten Landkreis Cottbus (Tauer, Schönhöhe, Drewitz, Jänschwalde) bildeten die neue Verwaltungseinheit. Der Gubener Stadtkreis wurde aufgelöst und die Stadt erhielt den Status einer Kreisstadt.

Die Orte Groß-Breesen, Reichbach und Kaltenborn wurden in Guben eingemeindet.

Der Kreis umfaßte jetzt 381 Quadratkilometer, 25 Land- und eine Stadtgemeinde mit 44.600 Einwohnern (1983).

Heute steht der Kreis Guben erneut zur Disposition.
Nach dem Willen des Innenministers und einer unabhängigen Arbeitsgruppe zur Kreisgebietsreform sollen Guben, Forst, Cottbus/Land und Spremberg einen gemeinsamen Kreis bilden.
Jedoch haben dem entgegen in Anlehnung an die Historie die Kreistage von Guben und Eisenhüttenstadt (ehemals Fürstenberg) Beschlüsse gefaßt für ein künftiges gemeinsames Kreisgebiet. Ihre Argumente für diesen Kreis werden letztendlich mit über sein Entstehen entscheiden.

Eingetragen am: 05.09.2005 von: Autor | Anfrage


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